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Verschwundene Dörfer und stillgelegte Zechen - Architekturen des Kohlezeitalters (1)

Offenes universitäres Blockseminar
In Nordrhein-Westfalen wurden im Rheinischen Revier und im Ruhrgebiet seit dem 18. Jahrhundert und bis ins 21. Jahrhundert hinein große Vorkommen von Braun- und Steinkohle abgebaut, die die Energieversorgung und wirtschaftliche Prosperität von ganz Deutschland ermöglichten. Neben den enormen Umweltschäden, die die Kohlegewinnung verursacht hat, verschwanden auch ganze Kulturlandschaften und Dörfer. Die Städte des Ruhrgebiets entwickelten sich rund um die Zechenanlagen bzw. standen vor großen strukturellen Herausforderungen in der Zeit des Zechensterbens seit den 1980er Jahren. Für beide Entwicklungen – die der florierenden Kohleindustrie sowie des Verlustes an Kulturlandschaft – lassen sich „Architekturen des Kohlezeitalters“ ausmachen: angefangen vom Kohlekraftwerk im Rheinischen Revier wie Frimmersdorf über Arbeitersiedlungen in Essen-Margarethenhöhe, bis hin zu Ersatzdörfern wie Jülich-Lich-Steinstrass oder großen umgenutzten Zechenanlagen wie die Zeche Zollern in Dortmund. Im Seminar sollen die vielfältigen Kriterien dieser Architekturen zusammengetragen werden, um in einer Art Rückblick am Ende des Kohlezeitalters eine Typologie zwischen Verlust, Gewinn, Neuanfang, Identität, Erinnerungskultur und Transformation aufstellen zu können.
Literatur:
Manfred Hamm, Axel Föhl: Sterbende Zechen. Berlin 1983; Josef Bieker: Industriedenkmale im Ruhrgebiet. Hamburg 1996; Frank Dickmann: Umsiedlungsatlas des rheinischen Braunkohlereviers. Köln 1996; Rainer Metzendorf, Achim Mukuscheit: Margarethenhöhe – Experiment und Leitbild 1906-1996. Bottrop 1997; Norbert Beleke: Zechen – Dominanten im Revier. Essen 1999; Ina Gutzeit: Denkmäler im Braunkohleabbaugebiet Leipzig Süd. Dresden 2006; Walter Buschmann, Norbert Gilson, Barbara Rinn (Hg.): Braunkohlebergbau im Rheinland (=Die Bau- und Kunstdenkmäler von Nordrhein-Westfalen 1). Worms 2008; Valeska Flor: Abgetragene Erinnerungen. Erzählungen, Praktiken und Dinge im Bewältigungsprozess von tagebaubedingten Umsiedlungsmaßnahmen. Innsbruck 2019; Andrea Pufke, Eva-Maria Beckmann, Ludger J. Sutthoff (Hg.): Zurück in die Zukunft. Denkmalpflege und Strukturwandel im Rheinischen Revier. Pulheim 2022; Jakob Scheffel: Kirchengebäude im Rheinischen Braunkohlerevier. In: Albert Gerhards (Hg.): Kirche im Wandel (=Sakralraumtransformationen 1). Münster 2022, S. 323-331; Daniel Chatard: Niemandsland. Breda 2024.

Teilnahmebeitrag pro Person:
- inkl. Verpflegung und Unterkunft: EZ 130 / DZ 111,75 €
- inkl. Verpflegung, ohne Unterkunft: 81 €
- für Studierende im DZ: 45 €
Teilleistungen, die nicht in Anspruch genommen werden, können nicht abgezogen werden, weil die Berechnungen auf einer Pauschalkalkulation beruhen.

Ausfallkosten:
- bei Rücktritt 13 bis 2 Tage vor Veranstaltungsbeginn: 80 %
- bei späterem Rücktritt/Nichtteilnahme/vorzeitigem Beenden der Teilnahme: 100 %