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Kirchen und Kino. Der Filmtipp

Vergiftete Wahrheit

In einer Szene betritt der Rechtsanwalt Rob ein Parkhaus, in dem er sein Auto abgestellt hat. Die Angst steht ihm ins Gesicht geschrieben. Einen Moment lang zögert er, den Schlüssel im Zündschloss herumzudrehen. Er befürchtet, dass er womöglich eine Bombe zündet, die ihn in die Luft sprengt. Todd Haynes’ Film Vergiftete Wahrheit ist ein »Whistleblower«-Drama. Mark Ruffalo spielt den Unternehmensanwalt Robert Billot, der einen der größten Umweltskandale aufdeckte. Der Film basiert auf einem wahren Fall, der 1998 beginnt und sich bis in die Gegenwart erstreckt. Eines Tages wird der Anwalt von einem Farmer aus West Virginia aufgesucht, dem die Kühe wegsterben. Robs Großmutter hatte ihn auf ihren Enkel in Cincinnati verwiesen, nachdem alle Rechtsanwälte vor Ort es abgelehnt hatten, den Farmer zu verteidigen. Zu groß ist die Macht des Chemiekonzerns DuPont. Das Unternehmen hatte jahrelang mit Perfluoroctansäure (PFOA) kontaminierte Produktionsabfälle in einer Deponie entsorgt und das Trinkwasser verseucht. Krebserkrankungen bei Menschen und Tieren waren die Folge. Billot ist erschüttert, als er erkennt, dass DuPont seit langem wusste, wie toxisch die Stoffe sind, die das Unternehmen zur Herstellung von mit Teflon beschichteten Produkten verwendete. Es beginnt ein langwieriger Rechtsstreit, in dem der Anwalt sich für die Entschädigung der Opfer einsetzt.

Todd Haynes zeigt, was es seinem Protagonisten abverlangt, sich mit einem einflussreichen Unternehmen anzulegen, das mit aller Macht verhindern will, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Der Film vermittelt fundiertes Wissen um einen Umweltskandal mit weltweiten Auswirkungen, ohne zu belehren. Die dunklen Farbtöne, in die der Kameramann die Bilder getaucht hat, spiegeln die abgründige Atmosphäre, in der sich der mutige Kampf des Anwaltes gegen den mächtigen Chemiekonzern abspielt. Der packende Film besticht auch durch die herausragende schauspielerische Leistung von Mark Ruffalo.

US 2019
Regie: Todd Haynes
Länge: 128 Min.
Film des Monats – April 2020

Eintrittspreis: € 5,- (erm. € 4,-)

http://www.kirchen-und-kino.de

Aufgrund der Auflagen für öffentliche Veranstaltungen ist die Teilnehmerzahl begrenzt und eine Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Dies kann entweder über die Anmeldefunktion dieser Seite oder telefonisch (Montag - Freitag, 08:00-18:00 Uhr, 02304-477-0) erfolgen.
Zur allgemeinen und eigenen Sicherheit ist eine einfache Mund-/Nasebedeckung (sog. Alltagsmaske) zu tragen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht durchgehend gewährleistet werden kann.


Infos zur Reihe

Kirchen und Kino. Der Filmtipp

Kirchen und Kino: ein Verhältnis zwischen heftiger Ablehnung und gesuchter Nähe. Dabei sind die Berührungspunkte größer als angenommen, denn zentrale Momente eines jeden Lebens: Liebe, Hoffnung, Treue, Hingabe, Vertrauen, Leiden, Sterben, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Lebens- und Liebessehnsucht sind die Themen des Films, zugleich aber auch Kernthemen christlichen Glaubens. Gründe genug, dass die Christen und der künstlerisch autonome Film sich gegenseitig wahrnehmen und ihr jeweils eigenes Wissen, wie denn Leben gelingen könnte, ins Gespräch bringen.
Kirchen + Kino. Der Filmtipp, ein ökumenisches Projekt, präsentiert Filme, die von der evangelischen und katholischen Filmarbeit in Deutschland und der Schweiz als Film des Monats bzw. als Kinotipp der katholischen Filmkritik hervorgehoben wurden. Es sind Überzeugende Filme, die unabhängig von ihrer jeweiligen geistigen Beheimatung die Sehnsucht nach dem Anderen, nach einem "Mehr des Lebens", aufrechterhalten.
Der Filmtipp zeigt gelungene Filme verschiedener Genres.
Der Filmtipp möchte anregen zum genauen Hinsehen und Lust am Sehen vermitteln, aufklären und zugleich pures Kinovergnügen bereiten.
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