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Menschenwürde im Schatten von Armut und Neoliberalismus - Ein Fokus auf Lateinamerika

Viele Länder Lateinamerikas sind seit den 1970er Jahren vom Neoliberalismus geprägt. In Chile setzte die Pinochet-Diktatur auf die Expertise der sogenannten Chicago Boys und privatisierte weite Teile des staatlichen Sektors. Auch andere Länder wie Peru und Argentinien sind bis heute geprägt vom Neoliberalismus. Von dem dadurch ausgelösten Wachstum der Wirtschaft profitierte zwar der Mittelstand, aber die Schere zwischen Arm und Reich wurde immer größer. Die Kollateralschäden der neoliberalen Entfesselungsstrategie gefährden, wie das Beispiel Brasilien mit der Vernichtung großer Teile des Ökosystems Regenwald zeigt, auch die Grundlagen des Weltklimas. Ganz zu schweigen von der damit einhergehenden Entrechtung und Vertreibung der indigenen Bevölkerung. Protestbewegungen wie jüngst in Argentinien stellen den Neoliberalismus der letzten Jahrzehnte zunehmend in Frage. Auf der anderen Seite haben sich aber auch sozialistische Gesellschaftskonzepte wie in Venezuela, Nicaragua oder Kuba als katastrophal erwiesen. Während in neoliberalen Staaten großen Bevölkerungsgruppen aufgrund hoher Kosten und geringer Einkommen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Menschenrechte verwehrt sind, unterdrücken Machthaber wie Noriega und Maduro das Streben nach Freiheit und Demokratie.
»Diese Wirtschaft tötet« klagt Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben »Evangelii Gaudium« (2013). Welchen Beitrag kann die Kirche, können Christen für ein gerechteres Wirtschaftssystem leisten? Welche Antworten kann die Befreiungstheologie geben? Welche positiven Beispiele für alternative Konzepte gibt es? Wie ist es um die Menschenrechte in Zeiten des Neoliberalismus bestellt? Welche Rolle spielen Menschenrechtsorganisationen und neue soziale Bewegungen und wie sehr stehen sie selber unter dem Druck der Beharrungskräfte? Diesen Fragen geht die Tagung nach, an deren Beginn zunächst jedoch ein Blick auf Afrika stehen soll. Germain Rukuki von ACAT Burundi wird ganz konkret zeigen, was internationale Kampagnen für einen ungerecht inhaftierten Menschenrechtsverteidiger bewirken können.

In Kooperation mit ACAT Deutschland - Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter e.V.

Tagungsleitung:
Sabine Aldenhoven, Frank Boungard (ACAT)
Dr. Markus Leniger, Studienleiter

HINWEIS: Die Veranstaltung findet statt unter den Auflagen des zum Veranstaltungszeitpunkt gültigen Hygienekonzepts der Akademie.

Teilnahmebeitrag pro Person
- inkl. Verpflegung und Unterkunft: EZ 160 / DZ 140 (118 / 108) €
- inkl. Verpflegung, ohne Unterkunft: 70 €


Teilnahmebeiträge mit Ermäßigung stehen in Klammern. Ermäßigungen sind vorgesehen für: in Erstausbildung Stehende (bis zum 30. Lebensjahr), Studierende (bis zum 35. Lebensjahr), Bundesfreiwilligendienstleistende, Arbeitssuchende und Sozialhilfeempfangende auf Nachweis.

Ausfallkosten:
- bei Rücktritt 13 bis 2 Tage vor Veranstaltungsbeginn: 80 %
- bei späterem Rücktritt/Nichtteilnahme/vorzeitigem Beenden der Teilnahme: 100 %