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Immanuel Kant (1724-1804) – Einführung in seine Kritische Philosophie

II.) Edmund Husserl (1859–1938): Die Anfänge der Phänomenologie

In den zwei Jahrzehnten um das Jahr 1900 entwickelten sich neue und einflussreiche philosophische Ansätze, die als Lebensphilosophie, philosophische Hermeneutik und Phänomenologie bezeichnet werden. Unter »Lebensphilosophie« werden sehr unterschiedliche Vorstellungen zusammengefasst, die in einem vernunftkritischen Begriff des Lebens gründen. Dabei reicht das sehr divergente Spektrum von irrationalistischer Kulturkritik bis hin zu wissenschaftlich-methodischen Überlegungen, wie im Werk von Wilhelm Dilthey. Sein Anliegen war die Herausarbeitung der Hermeneutik als Methode der Geisteswissenschaften, in denen es um das Verstehen des geistigen Lebens gehe. Auch Edmund Husserls Begründung der phänomenologischen Methode ist von dem Interesse an wissenschaftlicher Philosophie geleitet, die durch eine Analyse der Strukturen des Bewusstseins vorangetrieben werden soll. Beide Denker haben großen Einfluss auf die Philosophie der folgenden Jahrzehnte gehabt, insbesondere auf Martin Heideggers Hauptwerk »Sein und Zeit« (1927), mit dem wir uns im folgenden Jahr in einer neuen Reihe beschäftigen wollen. Eine Thematisierung der Zeit finden wir auch schon in Lebensphilosophie und Phänomenologie, bei Henri Bergson und Edmund Husserl. Deren Analysen des Zeitbewusstseins wenden wir uns in der dritten Veranstaltung der aktuellen Reihe zu.


II.) Edmund Husserl (1859–1938): Die Anfänge der Phänomenologie
Mit seiner Maxime »Zu den Sachen selbst« wollte Husserl eine neue Grundlage für eine wissenschaftliche Philosophie schaffen, die nicht von theoretischem Vorwissen ausgeht, sondern sich den Phänomenen in unverstelltem Blick zuwenden sollte. Die Phänomene begriff Husserl als Vorstellungen des Bewusstseins, so dass seine phänomenologische Methode sich als Analyse von Bewusstseinsstrukturen etablierte. Im Zentrum steht hierbei die »Intentionalität«, die Gerichtetheit des Bewusstseins auf Vorstellungsinhalte in ihren vielfältigen Formen, die in der fließenden Einheit des Bewusstseinsstroms hervortreten. Unermüdlich arbeitete Husserl diesen Ansatz immer weiter aus. Eine der bedeutsamsten Modifikationen vollzog er mit der Aufdeckung eines transzendentalen Ichs als Einheit des Bewusstseinslebens. Viele andere Philosophen, die zur breiten »phänomenologischen Bewegung« gehörten, folgten ihm hierin nicht. So auch nicht Martin Heidegger, der in Freiburg Husserls Assistent gewesen war.

Teilnahmebeitrag pro Person
- inkl. Verpflegung und Unterkunft: EZ 203 / DZ 187,50 (175,50 / 167,75) €
- inkl. Verpflegung, ohne Unterkunft: 148 €

Teilnahmebeiträge mit Ermäßigung stehen in Klammern. Ermäßigungen sind vorgesehen für: in Erstausbildung Stehende (bis zum 30. Lebensjahr), Studierende (bis zum 35. Lebensjahr), Bundesfreiwilligendienstleistende, Arbeitssuchende und Sozialhilfeempfangende auf Nachweis.

Teilleistungen, die nicht in Anspruch genommen werden, können nicht abgezogen werden, weil die Berechnungen auf einer Pauschalkalkulation beruhen.

Ausfallkosten
- bei Rücktritt 13 bis 2 Tage vor Veranstaltungsbeginn: 80 %
- bei späterem Rücktritt/Nichtteilnahme/vorzeitigem Beenden der Teilnahme: 100 %
Stornierungen sind ausschließlich an das zuständige Tagungssekretariat zu richten und bedürfen der Schriftform.