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Lebensphilosophie – Hermeneutik – Phänomenologie. Philosophische Entwicklungen um 1900

I.) Wilhelm Dilthey (1833–1911): Lebensphilosophische Hermeneutik

In den zwei Jahrzehnten um das Jahr 1900 entwickelten sich neue und einflussreiche philosophische Ansätze, die als Lebensphilosophie, philosophische Hermeneutik und Phänomenologie bezeichnet werden. Unter »Lebensphilosophie« werden sehr unterschiedliche Vorstellungen zusammengefasst, die in einem vernunftkritischen Begriff des Lebens gründen. Dabei reicht das sehr divergente Spektrum von irrationalistischer Kulturkritik bis hin zu wissenschaftlich-methodischen Überlegungen, wie im Werk von Wilhelm Dilthey. Sein Anliegen war die Herausarbeitung der Hermeneutik als Methode der Geisteswissenschaften, in denen es um das Verstehen des geistigen Lebens gehe. Auch Edmund Husserls Begründung der phänomenologischen Methode ist von dem Interesse an wissenschaftlicher Philosophie geleitet, die durch eine Analyse der Strukturen des Bewusstseins vorangetrieben werden soll. Beide Denker haben großen Einfluss auf die Philosophie der folgenden Jahrzehnte gehabt, insbesondere auf Martin Heideggers Hauptwerk »Sein und Zeit« (1927), mit dem wir uns im folgenden Jahr in einer neuen Reihe beschäftigen wollen. Eine Thematisierung der Zeit finden wir auch schon in Lebensphilosophie und Phänomenologie, bei Henri Bergson und Edmund Husserl. Deren Analysen des Zeitbewusstseins wenden wir uns in der dritten Veranstaltung der aktuellen Reihe zu.


I.) Wilhelm Dilthey (1833–1911): Lebensphilosophische Hermeneutik
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Hermeneutik über ihre bisherige Bedeutung für die Interpretation von Texten hinaus zu einer allgemeinen Theorie des Verstehens. Zugleich stellten die zunehmend an Bedeutung gewinnenden Geisteswissenschaften vor die Frage, wie sie sinnvoll von den Naturwissenschaften abgegrenzt werden könnten. Dieser Aufgabe widmete sich Wilhelm Dilthey, indem er die Hermeneutik als deren Methode zu begründen versuchte. Das geistige Leben drückt sich in vielfältigen Formen aus, die es in ihrer Bedeutsamkeit zu verstehen gilt. Nicht nur kognitive, sondern auch emotionale und wertende Einstellungen tragen unsere Erlebnisse und Handlungen - sowohl im individuellen und zwischenmenschlichen Leben als auch in kultureller Verbundenheit. Die Geisteswissenschaften deuten das menschliche Leben selbst, wie es sich in der Geschichte entfaltet.

Teilnahmebeitrag pro Person
- inkl. Verpflegung und Unterkunft: EZ 203 / DZ 187,50 (175,50 / 167,75) €
- inkl. Verpflegung, ohne Unterkunft: 148 €

Teilnahmebeiträge mit Ermäßigung stehen in Klammern. Ermäßigungen sind vorgesehen für: in Erstausbildung Stehende (bis zum 30. Lebensjahr), Studierende (bis zum 35. Lebensjahr), Bundesfreiwilligendienstleistende, Arbeitssuchende und Sozialhilfeempfangende auf Nachweis.

Teilleistungen, die nicht in Anspruch genommen werden, können nicht abgezogen werden, weil die Berechnungen auf einer Pauschalkalkulation beruhen.

Ausfallkosten
- bei Rücktritt 13 bis 2 Tage vor Veranstaltungsbeginn: 80 %
- bei späterem Rücktritt/Nichtteilnahme/vorzeitigem Beenden der Teilnahme: 100 %
Stornierungen sind ausschließlich an das zuständige Tagungssekretariat zu richten und bedürfen der Schriftform.