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Homo emotionalis?!

Die Renaissance der Gefühle in Philosophie und Gesellschaft
»Im Anfang war das Gefühl«!, lautet der Titel eines Buches von Antonio Damasio, der einer weit verbreiteten Sicht auf die Ergebnisse der Erforschung der Gefühle in den letzten Jahrzehnten selbstbewusst Ausdruck gibt: Der traditionelle Dualismus von Verstand und Gefühl ist allgemein aufgegeben, und im Bereich der Moralphilosophie gelten die lange vorherrschenden rationalistischen Ansätze als ergänzungsbedürftig.
Und doch: In ihrem Standardwerk zur Philosophie der Gefühle stellten Christoph Demmerling und Hilge Landweer noch vor einigen Jahren fest: Es »stellte sich der Verdacht ein, dass die Suche nach einer allgemeinen Theorie der Gefühle […] ein verfrühtes, vielleicht auch ein irreführendes Projekt sei«.
In der Zwischenzeit hat sich vieles getan: Es ist eine Vielzahl von ganzheitlichen Ansätzen entstanden, die einen neuen Blick auf den Menschen werfen und umfassende Antworten auf die ethischen und gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit geben könnten. So hat z.B. der Psychiater und Inhaber des Karl-Jaspers-Lehrstuhls in Heidelberg, Thomas Fuchs, eine viel beachtete umfassende phänomenologische Theorie der Gefühle vorgelegt.
Reichen die heutigen Erkenntnisse also schon aus, um unsere Fragen befriedigend zu beantworten?
Die Tagung möchte einen Überblick über die aktuelle Vielfalt von Ansätzen und Theorien geben: Gibt es inzwischen eine allgemein anerkannte Theorie der Gefühle? Welche Rolle kommt den Gefühlen in der Moralphilosophie zu? Welche Funktion sollen Gefühle im politischen Diskurs übernehmen – sind sie (als Empörung) legitime Indizien für Ungerechtigkeit, oder ist ihnen besser nicht zu trauen (als Mittel zur Manipulation)? Bietet die Beschäftigung mit Gefühlen inhaltlich und methodisch neue Chancen für einen kindgerechten und inklusiven Unterricht?
Parallel zu Vorträgen aus der akademischen Philosophie sollen Arbeitskreise Umsetzungsangebote machen, die sowohl im Unterricht des Faches »Praktische Philosophie« wie im Fach »Philosophie« konkrete Anwendung finden können.

In Kooperation mit dem Fachverband Philosophie e.V., NRW


Es referieren
- Prof. Dr. Mai-Anh Boger, Professorin für Allgemeine Sonderpädagogik unter Berücksichtigung inklusiver Bildungsprozesse, Universität Koblenz; Thema: Emotionen in Erziehungs- und Bildungsphilosophie
- Dr. Alexander Fischer, Universität Bamberg; Thema: Die Macht der Gefühle: Manipulation als Herausforderung der Massendemokratie
- Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs, Karl-Jaspers-Professor für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Heidelberg; Thema: Verkörperte Gefühle. Zur Phänomenologie der Affektivität


Themen und Leiter*innen der Arbeitskreise werden noch bekannt gegeben.

Tagungsleitung
StD' i.R. Uta Henze, Vorsitzende des Fachverbandes Philosophie e.V., NRW
Dr. Ulrich Dickmann, stv. Akademiedirektor


Teilnahmebeitrag pro Person:
- inkl. Verpflegung und Unterkunft: EZ 189 / DZ  173,50 €
- inkl. Verpflegung, ohne Unterkunft: 134 €
- für Studierende inkl. Verpflegung und Unterkunft im DZ: 86,75 €; ohne Unterkunft: 67 €

Teilleistungen, die nicht in Anspruch genommen werden, können nicht abgezogen werden, weil die Berechnungen auf einer Pauschalkalkulation beruhen.


Ausfallkosten:
- bei Rücktritt 13 bis 2 Tage vor Veranstaltungsbeginn: 80 %
- bei späterem Rücktritt/Nichtteilnahme/vorzeitigem Beenden der Teilnahme: 100 %


Stornierungen sind ausschließlich an das zuständige Tagungssekretariat zu richten und bedürfen der Schriftform.