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Akademiedirektor Dr. Michael Menke-Peitzmeyer führte in den Abend ein. Foto: Katholische Akademie Schwerte
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Dipl.-Sozw. Michael Moser referierte beim Akademie-Forum. Foto: Katholische Akademie Schwerte
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Dr. Markus Leniger moderierte die anschließende Diskussion. Foto: Katholische Akademie Schwerte
Rechtspopulismus ist längst kein gesellschaftliches Randphänomen mehr. Dabei lässt sich die »Gefahr von rechts« nicht allein an Wahlergebnissen messen. Wie sehr rechtsextreme Deutungsmuster – oft subtil – Eingang in die gesellschaftliche Mitte gefunden haben, darum ging es beim Akademie-Forum mit Michael Moser am 13. Oktober 2026.
Akademiedirektor Msgr. Dr. Michael Menke-Peitzmeyer betonte in seiner inhaltlichen Einführung die hohe Relevanz der Auseinandersetzung mit modernem Rechtsextremismus – auch deshalb, »weil nicht alles, was extrem ist, sich auch auf den ersten Blick als extrem zu erkennen gibt«. Zugleich erinnerte der Direktor an das christliche Menschenbild, wonach jedem Menschen unabhängig von Herkunft, Religion oder anderen Zugehörigkeiten die gleiche, von Gott geschenkte Würde zukommt.
Michael Moser begann seinen Vortrag mit dem Zitat von Ellen Kositza, einer Publizistin der Neuen Rechten: »Die Schlange: sie häutet sich, häutet sich wieder – und bleibt doch immer die gleiche«. Der Diplom-Sozialwissenschaftler ist Wissenschaftlicher Referent für politische Bildung im Themenfeld Rechtsextremismus an der Evangelischen Akademie Villigst. In seinem Vortrag skizzierte er die Entwicklung rechtsextremer Gruppen und Ideologien in Deutschland seit 1945. Im Unterschied zum offenen Neonazismus tritt rechtsextremes Gedankengut im Kontext der »Neuen Rechten« deutlich subtiler auf. Die Neue Rechte gibt sich bürgerlich und versucht, die Brücke zum Konservatismus zu schlagen. Ihr Ziel ist es, rechtsextremes Gedankengut zunehmend zu »normalisieren«. Dazu verbreitet sie etwa das Narrativ eines Bedrohungs- bzw. Katastrophenszenarios des Westens, als deren wesentliche Ursache die Zuwanderung muslimischer Bevölkerungsgruppen und auf intellektueller Ebene der Liberalismus gedeutet werden. Durch die Verbreitung solcher Narrative gewinnt die Neue Rechte zunehmend »kulturelle Macht«, die sich schließlich auch in konkreter politischer Macht und der Besetzung öffentlicher Ämter niederschlägt.
Dr. Markus Leniger, Studienleiter der Katholischen Akademie Schwerte für den Fachbereich Politik und Geschichte, hatte den Abend organisiert und moderierte im Anschluss an den Vortrag die Diskussion mit dem Publikum. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie dem Erstarken des Rechtsextremismus entgegengewirkt werden kann. Moser hob insbesondere die Bedeutung von Projekten hervor, die auf lokaler Ebene das Gemeinschaftsgefühl stärken. Dr. Leniger ergänzte, dass gerade die Kirchen und ihre Mitglieder in diesem Bereich immer noch über große Potenziale verfügen. Sie können ihre Kirchen und Gemeindehäuser zu niederschwelligen Begegnungsräumen machen, in denen menschenfreundliche und zukunftsfrohe Narrative wirksam werden.
(Text: Lukas Klimke)