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»Integration jetzt! – Global denken. Lokal handeln.«

Initiativkreis »Mitten in Westfalen« veranstaltete neunte Wertekonferenz
© Raphael Herbers

Michael Makiolla, Egbert Neuhaus, Reiner Schmeltzer, Gerd Bollermann, Peter Klasvogt (v.l.) 

Schwerte, 27. März 2017. Alleine im Januar und Februar 2017 wurden rund 37.074 Asylanträge in Deutschland gestellt. Um Schutzsuchende erfolgreich in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu integrieren, spielt die Vernetzung von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Akteuren eine entscheidende Rolle. »Freiwillige Helfer, Organisationen sowie Institutionen müssen Hand in Hand agieren und die Synergien nutzen, um Projekte und Maßnahmen gemeinschaftlich umzusetzen«, so Prälat Dr. Peter Klasvogt, Direktor der Katholischen Akademie Schwerte und der Kommende Dortmund und Gastgeber der neunten Wertekonferenz.

Hans-Josef Vogel, Bürgermeister der Stadt Arnsberg ergänzt: »Flüchtlinge sind selbst ehrenamtliche Akteure; sie haben große Potentiale, sich selbst und anderen zu helfen, aber auch die Arbeit der Verwaltung zu verbessern durch neue Formen der Ko-Planung und Ko-Produktion. Das macht in Arnsberg beispielsweise die Initiative ‚Neue Nachbarn Arnsberg’, die deshalb dort im Rathaus sitzt.«

Im Mittelpunkt der Wertekonferenz stand am Montag, 27. März 2017, das Thema »Integration jetzt! – Global denken. Lokal handeln.« Die Konferenz zeigte dabei konkrete Perspektiven auf und bot den Teilnehmern zudem eine Plattform zum gegenseitigen Austausch. Unter der Moderation von Britt Lorenzen diskutierten auf dem Podium bedeutende Vertreter aus Politik, Kirche und Wirtschaft. Die Sprecher lieferten den Teilnehmern wichtige Impulse für die anschließenden Tischgespräche.

Schirmherr der Wertekonferenz Rainer Schmeltzer, Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, betont: »Das Ehrenamt ist wegweisend bei der Integration. Aber erst durch die Bündelung hauptamtlicher und ehrenamtlicher Anstrengungen wird Integration in NRW zu einer tatsächlichen Erfolgsstory. Diese Vernetzung bringt wichtige und wertvolle Synergien. Wir brauchen deshalb beide zusammen: den moralischen Kompass und Antrieb des Ehrenamtes genauso wie die Steuerungskraft des Hauptamtes im brummenden Maschinenraum des Tankers NRW, damit Integration stetig vorangeht.« 

Ebenfalls auf dem Podium sprach Christoph Gehrmann, Leiter der Abteilung Jugendhilfe und Soziale Dienste bei der Caritas Dortmund. Er erklärt: »Politik, Verwaltung und Wohlfahrtsverbände haben viele Ideen und Konzepte zur Integration. Diese passiert aber vor Ort, wo Menschen miteinander leben. Daher ist das der Weg, den wir gehen müssen: Vom ‚Großen ins Kleine’, von den globalen Fragen in die Stadtquartiere und Nachbarschaften. Wir können den Rahmen gestalten, unterstützen und ermöglichen.« Gelingen müsse das Zusammenleben aber vor Ort.

Die Initiative »Mitten in Westfalen« wurde von Regierungspräsident a.D. Dr. Gerd Bollermann und dem Vorsitzenden des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte, Egbert Neuhaus, gegründet. In der Initiative haben sich der Unternehmerverband Westfalen-Mitte, die Evangelische Akademie Villigst und die Katholische Akademie Schwerte in Kooperation mit dem Bürgermeister der Stadt Arnsberg und dem Landrat des Kreises Unna zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen, um Südwestfalen als drittstärkste Industrieregion Deutschlands und das östliche Ruhrgebiet mit seiner dynamischen Wissens- und Kulturlandschaft gemeinsam zu stärken. Der Initiativkreis will Menschen, Organisationen und Institutionen aus den unterschiedlichen Bereichen zusammen bringen und mit seinen Aktivitäten, Diskussionen und Veranstaltungen für die Entwicklung der Region positive Impulse setzen. Zu den Mitgliedern gehören prominente Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur und Sport. Schirmherr der Schwerter Wertekonferenz ist Rainer Schmeltzer, Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. 

Die Wertekonferenz findet zweimal jährlich in Kooperation mit den beiden kirchlichen Akademien in Schwerte statt.