So widmet sich eine groß angelegte Sonderausstellung dem Norweger Edvard Munch (1863-1944), der in seinen Bildern Zeugnis einer höchst individuellen Seelenlage ablegte. Kaum ein Künstler wird so stark mit einem einzigen Bildmotiv identifiziert wie Munch mit seinem Werk "Der Schrei" (1893), das einen ikonenhaften Charakter erlangt hat. Als Sohn eines tiefreligiösen Militärarztes geboren, waren seine frühen Jahre von tragischen Verlusten geprägt, denen er schon in seiner ersten Pariser Studienzeit formalen Ausdruck zu geben versuchte. Mit seiner Abwendung vom französischen Realismus konzentrierte er sich auf eine Art der persönlichen Ausdrucksmalerei, die in einem groben stofflichen Duktus den Prozess des Malens direkt dokumentierte und in den akademischen Kunstkreisen des ausgehenden 19. Jahrhunderts überwiegend auf Ablehnung stieß. Erst im Paris, Berlin, Prag und Dresden des angehenden 20. Jahrhunderts erntete er unter den Expressionisten Anerkennung und revolutionierte schließlich mit seiner prägnanten Linienführung und Flächigkeit die moderne Malerei. Gleichzeitig zeigt die Kunsthal Rotterdam eine zweite herausragende Ausstellung zur Frage der Wahrnehmung von Wirklichkeit. Nicht die Innenschau - wie bei Edvard Munch - sondern vielmehr die äußeren Erscheinungen von Wirklichkeit scheinen hier der Maßstab zu sein, an der sich Kunst messen lassen muss. Initiiert vom Anti-Akademismus Mitte des 19. Jahrhunderts, spiegelt die Kunst nun nicht mehr eine Gegenwelt, sondern die gelebte Wirklichkeit - auch der unteren gesellschaftlichen Schichten - wider und setzt sich damit kritisch auseinander. Die Ausstellung "Realismus - das Abenteuer der Wirklichkeit" spannt dabei einen weiten Bogen vom Realismus des 19. Jahrhunderts bis zur Kunst der Gegenwart.
Referentin: Dr. Hildegard Erlemann, Kunst- und Kulturhistorikerin, Recklinghausen
Tagungsleitung: Dr. des. Michaela Stoffels
Tagungssekretariat für diese Tagung:
Manuela Siepmann, Tel. 02304/477-153
Montag bis Donnerstag von 08.00 - 12.00 Uhr
Freitag von 08.00 - 11.15 Uhr
Anmeldeschluss: 22. September 2010
Programm
Teilnahmebeitrag pro Person:
- inkl. Verpflegung, Buskosten, Unterkunft und Eintritt: EZ 138,- / DZ 132,- (121,50 / 118,50) €
- inkl. Verpflegung, Buskosten, Eintritt, ohne Unterkunft: EZ 118,50 (112,-) €
Die Beiträge für TeilnehmerInnen, die Ermäßigungen in Anspruch nehmen können, stehen in Klammern. Ermäßigungen sind vorgesehen für: in Erstausbildung Stehende und Studierende (bis zum 35. Lebensjahr), Wehrdienstleistende, Zivildienstleistende, Bezieher von Arbeitslosengeld (I und II) und Sozialhilfe.
Teilleistungen, die nicht in Anspruch genommen werden, können nicht abgezogen werden, weil die Berechnungen auf einer Pauschalkalkulation beruhen.
Ausfallkosten:
bei Rücktritt bis Anmeldeschluss: keine
bei Rücktritt nach Anmeldeschluss bis zum Tag vor der Veranstaltung: 50 %
bei Rücktritt/Nichtteilnahme am Tag des Veranstaltungsbeginns: 100 %