Die Stadt Mainz ist ein kulturelles Schatzkästchen sondergleichen. Hochwasserfrei über dem Rhein legten auf dem Kästrich die Römer um 11 v. Chr. ihr Militärlager an. 9 v. Chr. errichtete man für den römischen General Drusus einen riesigen mit Marmor verkleideten Gedächtnisturm, dessen Betonkern heute noch über 20 m Höhe misst. Unterhalb seines Aufstellungsortes bauten die Römer das größte antike Bühnentheater nördlich der Alpen. Von seinen oberen Sitzrängen hat man einen wunderbaren Blick auf den Dom, das mittelalterliche Wahrzeichen der Stadt, dessen Kern in das 10. Jh. zurückreicht. Doch auch schon vor dem Dombau erreichte das Bistum Mainz unter seinem legendären Bischof Bonifatius überregionale Bedeutung. Das Spätmittelalter steht ganz unter dem Zeichen des berühmtesten Sohns der Stadt und seiner technischen Erfindung: Johannes Gensfleisch zum Gutenberg und der Buchdruckkunst. Trotz der häufigen Besetzung der Stadt durch fremde Truppen, so Schweden und Franzosen, ließ es sich am Hofe der barocken Erzbischöfe in Mainz gut leben. Davon zeugen noch heute die prachtvollen Palais der hohen bischöflichen Beamten. Mit den französischen Revolutionstruppen wehte gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein neuer Geist in die Stadt, der aber der Kanonade der preußischen und österreichischen Artillerie zum Opfer fiel. Wie geschickt es die Mainzer verstanden, alt und neu zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen, sei an den Kirchenfenstern von Marc Chagall gezeigt. Die Fensterbilder sind ein Spätwerk des Meisters, deren Weihung 1981 er nicht mehr erlebte. Auf eine geradezu mystische Weise tauchen sie die gotische Kirche St. Stephan aus dem Hochmittelalter in ein überirdisches Blau. Allein der Besuch von St. Stephan macht eine Reise in die Kulturmetropole am Rhein lohnenswert.
Referent: Uwe Fich M.A., Bonn
Tagungsleitung: Dr. Markus Leniger
Tagungssekretariat für diese Tagung:
Manuela Siepmann, Tel. 02304/477-153
Montag bis Donnerstag von 08.00 - 12.00 Uhr
Freitag von 08.00 - 11.15 Uhr
Anmeldeschluss: 18. August 2010
max. TN-Zahl: 20
Programm
Teilnahmebeitrag pro Person:
- inkl. Verpflegung (ohne Mittagessen), Unterkunft (Erbacher Hof, Akademie des Bistums Mainz), Eintritt, Führungen und Buskosten: EZ 160,- €
(nur begrenztes DZ-Kontingent, Verfügbarkeit / Preis auf Anfrage)